18.12.2013 13:39
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Probleme mit Body Line Wernigerode

Ich war recht zufrieden mit meinem Fitnessstudio, bis ich dann in diesem Sommer die Entscheidung fasste, zu kündigen. Danach wurde einfach weiter Geld abgebucht, obwohl ich kein Mitglied mehr bin.

Die Kündigung meinerseits erfolgte vorrangig, weil mir das Studio zu weit entfernt ist und ich lieber zu Hause mit meinen Geräten trainieren wollte. 

In der Antwort auf mein damaliges Kündigungsschreiben hieß es:

Einer fristgerechten Kündigung (...) entsprechen wir, so dass wir am 15.06.2013 das letzte mal Mal den Monatsbeitrag von Ihrem Konto abbuchen werden.

Soweit so gut, dachte ich, aber 3 Monate nach Ablauf des Vertrages wurde immer noch Geld abgebucht. Insgesamt 128 Euro, von denen ich 64 Euro wieder durch meine Bank habe zurückbuchen lassen. Der Rest ist leider mehr als 6 Wochen her.

Das Geld konnte nicht mehr zurückgebucht werden, Schuld war meine gutmütige Art. Ich ließ mich von den Mitarbeitern des Studios einwickeln, die mir jedes mal beteuerten, dass sie das Problem klären würden und ich mein Geld wiederbekommen würde. Ich ging von einem Versehen aus und entgegnete, dass ich es nicht sofort zurückbuchen lassen würde, da dem Fitnessstudio sonst unnötigen Kosten entstehen (Rücklastschriftgebühr). 

Schon 3 Monate Stress und kein Ende in Sicht

Ich renne meinem Geld seit 3 Monaten hinterher. Anrufe, E-Mails und Rückforderungen per Post bringen bei diesem Fitnessstudio nichts. Es heißt immer nur "oh das tut mir leid, ja wir werden das klären".

Aber die klären es einfach nicht! Die wissen ja nicht mit wem sie sich hier anlegen.

Es ist schon traurig, dass man wegen 64 Euro vor Gericht gehen muss.

Die Verbraucherzentrale wird sich auch schon freuen was von mir zu hören.

Kein Einzelfall?

Es ist gelinde gesagt sehr schade, dass viele Unternehmen wegen einer Kündigung oder nach einer Kündigung noch Ärger machen. 

Von anderen Mitgliedern habe ich bereits etwas ähnliches gehört:

Wegen 64 € einen Anwalt beauftragen ist nicht wirklich die beste Lösung... Aber ist schon krass und auch nicht das erste mal, dass ich so etwas höre... wenn ich so nachzähle waren es sicher 3 von 5 die Probleme hatten.

Ich werde das weiter recherchieren und mich ggf. an eine regionale Zeitung wenden.

Hach was sehne ich mich an das McFit Studio in Magdeburg zurück. Für etwa den halben Preis bekommt man hier mehr Leistung und ich hatte keine Probleme als ich damals gekündigt habe. Das können die sich nicht erlauben.

Update

Am späten Nachmittag (18.12.) habe ich einen Brief vom Body Line erhalten in dem wieder nicht auf mein Schreiben eingegangen wird. Stattdessen werde ich aufgefordert meine zurückgebuchten Beiträge zurückzuzahlen, inklusive Mahngebühr und Rücklastschriftgebühr.

Begründung:

"Nach dem 14.07.2013 wurden Sie mehrfach von Mitarbeitern im Studio beim Training gesehen, obwohl Ihr Vertrag zum 14.07.2013 beendet und durch uns bestätigt wurde. Sie trainierten demnach widerrechtlich, woraufhin wir am 17.07.2013 den Monatsbeitrag zur Nutzung des Studios wieder von Ihrem Konto abbuchten. (...) Eine Rückbuchung des Beitrages ist somit eine Straftat und wird strafrechtlich verfolgt."

Weiterhin wird mir mit rechtlichen Schritten gedroht, falls ich nicht bis 18.12.2013 das Geld überweisen würde.

Spätestens jetzt ist verbrieft, dass es kein Versehen, sondern pure Absicht war.
Bitteschön, dann wird es deshalb wohl zwei Gerichtsverfahren geben.

Interessant ist auch, dass der Brief angeblich vom 11.12.2013 stammt, aber der Poststempel belegt, dass es am 17.12.2013 abgeschickt wurde. 

Dreist, aber kein gutes Rechtsverständnis

Ich bin kein Anwalt und leite kein großes Unternehmen, aber selbst ich habe ein viel größeres Rechtsverständnis als dieses Fitnessstudio. Die Mahnung ist schlicht und ergreifend unwirksam. 

Stattdessen werde ich nachher Anzeige bei der Polizei erstatten.

  1. Ich war nach dem Vertragsende definitiv nicht mehr in dem Studio, das ist bewiesen durch Zeugen. Vermutlich wurde ich verwechselt. Aber es ist mir auch egal, denn...
  2. Das Fitnessstudio oder ein Unternehmen im Allgemeinen darf keine Einzugsermächtigung mehr durchführen, wenn die Vertragslaufzeit überschritten ist und dem Kunden eine schriftliche Kündigungsbestätigung vorliegt. Somit besteht kein Vertragsverhältnis. Die Abbuchungen und damit die Mahnung sind anfechtbar.
  3. Ein Unternehmen darf bei Vertragsfragen nicht dem Strafrecht drohen. Das wusste ich zwar schon, aber auch der Polizist am Telefon sagte mir, dass das "Quatsch" sei, weil es Vertragsrecht, also Zivilrecht ist. Ich könne allerdings Anzeige erstatten, um mein Geld zurück zu bekommen.
    Bei strenger Auslegung könnte die Drohung sogar den Straftatbestand der Nötigung darstellen, da hier dem Kunden gegenüber zu Unrecht mit einem empfindlichen Übel gedroht wird.
  4. Die Mahnung habe ich an dem gleichen Tag erhalten an dem das Geld bereits überwiesen sein soll.

Die Dreistigkeit dieses Unternehmens ist kaum noch zu überbieten. Ich habe inzwischen Anzeige wegen Betrug bei der Polizei erstattet (Zahlungsbetrug, Geldbetrug).

Unnötige Aktion

Wirklich ärgern kann ich mich aber deshalb, weil durch mich mindestens zwei Leute in im Body Line Wernigerode trainiert haben. Im Laufe der Jahre generierte das Unternehmen durch meine Mithilfe knapp 3.000 Euro. Und als Dank wird mir weiter Geld abgebucht und weil ich mich dagegen wehre, wird mir mit Gericht gedroht. Ich fühle mich behandelt wie der letzte Dreck.

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