Chronik Details

Ereignisse, die mein Leben nachhaltig beeinflusst haben.

Das Budenzeitalter

17.08.1995

Welch abenteuerliches Kapitel!

Nach der Schule ging es sofort raus in den Wald, um die Bude weiter zu designen und weitere Funktionen einzubauen.

Wie kam es überhaupt dazu?

Wir und die anderen

Es ist vergleichbar mit der Serie LOST. Ich war in der Klasse 4b. Und dann gab es noch "die Anderen". Sie kamen mir irgendwie fremd und unheimlich vor. Aber es war nur die Klasse 4a. Sie waren genauso normal oder verrückt wie wir selbst auch.

Irgendwie kam es dazu, dass wir mit einem von "den Anderen" in Kontakt kam und uns das fremde Wissen zueigen machte. Dieses Wissen war voller verrückter Ideen, es war animalisch und unheimlich, aber auch spannend.

Auf Deutsch gesagt führte es dazu, dass wir nur Scheiße bauten :D

Einer überlieferten Legende nach soll Mathias S. an einem heißen Sommertag mit Feuer gespielt haben, was zum Brand der bodenbedeckenden Pflanzen führte und und fast den Wald in Brand gesteckt hatte. 

Zusammen mit meinem Kumpel Jan B. begannen wir ebenso wie "die Anderen" eine Bude im dichten Kiefern-Wald zu bauen. Wir besorgten uns verschiedenes Material. Ich erinnere mich genau wie wir von mir zu Hause diese alten DDR-Rollos mitnahmen, es muss also 1994 oder 1995 gewesen sein, nachdem wir die entsprechenden Zimmer renoviert hatten.

Budenkrieg

Unsere Bude wurde immer schöner, eines Tages gab es dann den B-Day.
In der Nachkriegsgeschichte definitiv der größte Budenkrieg, den Blankenburg je erlebt hat.

Mit selbstgebauten Zwillen und schwerer Munition, in Form von getrockneten Erbsen bekämpften wir uns gegenseitig. Getroffen zu werden, war sehr schmerzhaft. Einen richtigen Sieger gab es bei dem Buden-Duell nicht, aber wir hatten gemeinsam viel Spaß.

Zerstörung und Kooperation

Einige Tage oder Wochen später fanden wir unsere Bude zerstört wieder. Es konnte bis heute nicht geklärt werden wer die Übeltäter waren. Wir vermuteten, dass es "die Russen" waren. Von einer Anzeige bei der Polizei sahen wir verständlicherweise ab :)

Von da an kooperierten wir mit "den Anderen". Wir hatten jetzt nur noch eine gemeinsame Bude, die wir massiv ausbauten und stärker befestigten, um diese vor der Zerstörung zu bewahren.

Ackerbau und Buden-Ausbau

Irgendwann entdeckte ich kleine Erbsenbüsche und wunderte mich wie das im Wald möglich sei. Aber die Lage war klar, unser Budenkrieg führte zu neuem Leben. Von da an legten wir ein extra Erbsenbeet an. Ich weiß gar nicht mehr, ob wir jemals Erbsen "geerntet" haben.

Das alles war noch harmlos verglichen damit was auf der Suche nach neuem Baumaterial passierte. Es wurde crazy und das nicht zu knapp - zumindest für unser Alter. Ich will nicht abstreiten, dass es meine Idee war den ziemlich hohen Jägersitz zu fällen. Aber die kranken Ideen der anderen gipfelten zwangsläufig in sowas! Sowas wie Absenker bei Zimmerpflanzen, nur auf Gehirn-Ebene.

Ich meine wir hätten uns selbst erschlagen können... aber egal, das Risiko nimmt man auf sich, für das so wichtige Baumaterial.

Die Bude wurde in die Breite und auch in die Höhe gebaut. Wir errichteten einen eigenen kleinen Hochsitz, der sich ca. 10 Meter hoch an einem Baum befand.

Überfall und Niedergang

Als dann Herbst wurde, waren wir nicht mehr so oft bei unserer Bude, nur alle paar Tage verweilten wir dort, lasen Blitz-Illu und trugen neues Baumaterial heran.
Ich erinnere mich noch gut daran, dass eines Tages meine schönen Nägel nicht mehr da waren, obwohl sie sich sogar in unserem Versteck befanden. War es eine Intrige oder nur hinterhältige Sabotage durch die Russen?

Fakt ist, dass von da an jede Woche etwas anderes fehlte oder zerstört wurde. Irgendwann fiel die Bude vollends dem Vandalismus zum Opfer. 

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