15.06.2013 09:04
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Überwachungsprogramm "Prism"

Es ist soweit. Mithilfe von Apple, Facebook, Google und Co wurde der gläserne Bürger geschaffen.

Bereits seit Jahren schimpfe ich auf mangelnden Datenschutz bei Facebook. Google habe ich dagegen nie verurteilt, ich habe nur die vielen Vorteile gesehen. Aber das ist jetzt vorbei.

Wer betroffen ist und warum "Prism" schlecht ist.

Das Schnüffelprogramm "Prism" und der damit einhergehende Datenschutzskandal machen uns klar, dass unsere persönlichen Daten in den USA nicht sicher sind.

Wenn man sich die Liste der betroffenen Unternehmen ansieht, muss fast jedem von uns Angst und Bange werden. Es ist im Prinzip möglich fast die gesamte deutsche Bevölkerung auszuspähen.
Die Unternehmen bestreiten die Vorwürfe, davon gewusst zu haben. Das müssen sie natürlich, weil sie sich sonst den eigenen Aktionären gegenüber haftbar machen würden.

Fest steht in jedem Fall, dass der Geheimdienst NSA Zugriff auf Nutzerdaten der größten Internetunternehmen der USA hatte und wahrscheinlich weiter haben wird. Laut "Guardian" und "Washington Post" sind demnach folgende Internetgiganten "Prism-Teilnehmer": Apple, Facebook, Google, Microsoft und Yahoo. Fraglich ist noch wie es mit Unternehmen wie Amazon und eBay aussieht.

Wer kann jetzt noch behaupten nicht betroffen zu sein?

Welchen Browser verwendet ihr?

Es fängt schon mit welchem Browser wir Internetseiten aufrufen. Laut browser-statistik.de nutzten knapp 22 % aller erfassten Internetuser Chrome (Google), 19 % verwendeten Safari (Apple) und weitere ca. 17 % surften mit dem Internet Eplorer (Microsoft). Bei Firefox, Opera und Iron ist man dagegen auf der sicheren Seite. Das bedeutet fast 60 % verwenden den Internetbrowser von Unternehmen, die im Prism-Skandal verstrickt sind.

Internetsuche

Seit Jahren ist "googeln" der Inbegriff der Internetsuche und das verdeutlicht sich auch in der Statistik. Im Deutschsprachigen Raum nutzen 93,9 % Google, 2,3 % Bing (Microsoft), 1,5 % Yahoo. Das sind wahnwitzige 97,7 %.

Dieses Schema zieht sich in etliche weitere Bereiche. Wir sind überall umgeben von den amerikanischen Internet Giganten. Wir sollten umdenken und auf Produkte "Made in Germany" oder zumindest auf Alternativen in der Open Source Welt setzen.

Warum ist "Prism" schlecht für mich?

Warum sollte man sich eigentlich daran stören, dass die NSA und weitere Geheimdienste wissen wonach ich im Internet suche?
Es kommt darauf an wie man es nutzt. Es gab mal einen interessanten Artikel dazu, den ich aber nicht wiederfinde. Der Wortlaut war ungefähr so:

Wenn deine Freundin schwanger ist und nach einem Schwangerschaftstest oder nach typischen "Schwangerschaftssymptomen" sucht, weiß Google es eher als du. Google weiß welche Krankheiten du hast. Google weiß wovor du Angst hast. Google kennt deine sexuellen Vorlieben und Probleme. Google weiß einfach alles.

Google hat 53.000 Mitarbeiter, Gott weiß wieviele Leute zugriff auf meine persönlichen Daten haben, hinzu kommen 38.000 NSA Mitarbeiter und wer weiß wohin die Daten noch verkauft werden durch das Unternehmen selbst oder von geldgierigen Mitarbeitern. Selbst wenn die Daten nicht verkauft werden, besteht immer noch die Gefahr, dass chinesische Hacker an die Daten herankommen.

Ich finde es haarsträubend, dass theoretisch gesehen Tausende wildfremde Leute mehr über meine besten Freunde wissen als ich über sie.

Bei Facebook verhält sich das ganze auch nicht anders. Facebook weiß welche Freunde und Interessen ich habe, Facebook weiß was ich kommentiere, Facebook weiß was in meinen privaten Nachrichten steht. Sie wissen auch vieles über mich und können mich genauso wie Google mit passenden Werbebotschaften zudröhnen.

Wenn ich bei "Facebook" die falschen Freunde habe oder nach den "falschen" Suchbegriffen bei Google suche, komme ich ins Visier von Terrorermitteln. Klingt nach einem Agentenfilm oder Thriller wie "Der Staatsfeind Nr. 1"? Stimmt, aber scheint wohl durch Prism auch nicht mehr abwegig von der Realität zu sein.

Fakt ist, einzelne Unternehmen wie Facebook, Google usw. wissen haben zu viele Daten von uns und wir nutzen zu viele Produkte dieser Unternehmen.

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